Tradition – Das Feuer des heiligen John

Es handelt sich hierbei um einen speziellen Ritus, zu Ehren eines Heiligen. Zur mysthischen Zeit um die Sommersonnenwende herum errichteten die Menschen aus Husseren-Wesserling seit jeher einen heidnischen Brauch um den längsten Tag des Jahres zu feiern.

Mit der Einführung des Christentums haben etliche dieser Bräuche ihre Bedeutung verloren, oder aber sie wurden von den Christen einfach adaptiert. So geschehen mit dem Feuer-Brauch, welcher fortan dem heiligen John zu ehren vollzogen wurde.

Die Wehrpflicht glich einem Lotteriespiel

Als 1798 der Wehrdienst in ganz Frankreich eingeführt wurde, musste jeder fünfte junge Mann zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr seine Heimat verlassen, um die Ausbildung zum Soldaten zu vollziehen – welche mindestens fünf Jahre lang dauerte.

La crémation du bûcher

Diese Männer bauten zur Sommersonnenwände hohe Scheiterhaufen aus Kiefernholz, welche sie kurz vor Sonnenuntergang anzündeten, um sich selbst für den bevorstehenden Wehrdienst Mut, Tapferkeit und Glück zu bringen. Auch nach dem Abschaffen dieser Form der Wehrpflicht im Jahr 1907 blieb der Kult bis in die Gegenwart bestehen. Diese hohen Holztürme erreichen eine Höhe von bis zu 15 Metern und brennen gewöhnlich die gesamte Nacht über bis ins Morgengrauen hinein.